WIE KOMMT KUHSCHEISSE AUFS DACH

AUTORIN: OLGA FLOR
REZENSION: WOLFGANG KÜHN
"In jedem Buch findet man ein Stück seiner selbst", heißt es, "in einem mehr, in einem weniger".

2004 sind zwei Bücher erschienen, deren Handlungen in dem kleinen Weinstädtchen Langenlois spielen. "Lanz" von Andreas Weber und "Wie kommt Kuhscheiße aufs Dach" von Andreas Nastl, beide gebürtige Langenloiser. Einmal heißt der fiktive Ort "Lanz", einmal "Liebenbach", beide Mal unschwer als das Kamptalstädtchen zu enttarnen.

Als selbst Langenloiser findet man sich naturgemäß in solchen Büchern sehr stark wieder, speziell im 360 Seiten Roman Andreas Nastls, der - wie der Autor dieser Zeilen - ebenfalls Jahrgang 1965, die ersten dreißig Jahre (s)einer Jugend erzählt.

Faszinierend und schockierend zugleich die Offenheit des Erzählers. Eine Behinderung, an die man sich "optisch" gewöhnt hat, von der man nach der Lektüre des Buches aber zugeben muß, man weiß nicht im mindesten, was sie wirklich bedeutet.

Die erste Liebe, der erste Rausch, der schulische und berufliche Werdegang, Leben und Sterben in der Familie - dieser Debütroman verrät viel, nicht nur über den Autor, über das Leben am Land als solches.

Andreas Nastl versteht es mit einer gehörigen Portion Humor und Selbstironie das Schicksal der Behinderung zwar ständig präsent, aber nie vordergründig werden zu lassen.

Andreas Nastl, Wie kommt Kuhscheiße aufs Dach, Bibliothek der Provinz, 2004, Roman, ISBN 3-85252-590-X



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