VEITELS TRAUM

AUTOR: ANDREAS WEBER
REZENSION: Wolfgang Kühn
Andreas Webers neuer Roman führt uns ein weiteres Mal in die niederösterreichische Provinz. Nach dem titelgebenden "Lanz" seines Debütromans nun ins benachbarte "Kalm", ein treffender Name für ein ruhiges und verschlafenes Kaff achtzig Kilometer von Wien.

Der dichtende Dorfgendarm Joachim Veitel wird eines Morgens mit einem Loch im Kopf am Parkplatz der örtlichen Discothek tot aufgefunden. Schon bald stellt sich heraus, dass Veitel beim Liebesakt mit der sechzehn Jahre älteren Nathalie König einem Herzinfarkt erlegen ist und ihm das aus einer Schusswaffe stammende Loch im Kopf erst nach seinem Tod zugefügt wurde.

Überall scheitern

Der Ich-Erzähler, der maturierende Sohn des Dorfgendarmen, Tobias Veitel, der sich zu Lebzeiten seines Vaters nichts aus dessen Gedichten machte, versöhnt sich im Zuge seiner Recherchen posthum zusehends mit seinem Vater und findet immer mehr auch Gefallen an dessen Lyrik. In verschiedene Frauengeschichten stolpernd löst der begeisterte Handballspieler im Verein mit dem Wiener Kriminalinspektor Tibor Wolkersdorfer diesen skurrilen Fall, der über die Abgründe der Familie Veitel hinaus auch die Schattenseiten der Provinz als solche beleuchtet.

Neben der spannenden Kriminalgeschichte und dem einige Lebensjahre Tobias Veitels umspannenden Roman vom Erwachsenwerden, erzählt "Veitels Traum" auch die schöne Geschichte vom Scheitern in der Literatur, in der Musik, in der Kunst schlechthin - und das alles in einem angenehmen und unaufgeregten Erzählstil.

VEITELS TRAUM. ANDREAS WEBER. HAYMON VERLAG. 2010. ISBN 978-3-85452-665-0


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