TAGHELLE GEGEND

AUTORIN: ANGELIKA REITZER
REZENSION: ERIKA WURZENRAINER
In Schritten betrachtet A. R. eine junge Frau und ihr junges Leben. Kommentiert zwischen Punkten, Doppelpunkten und Klammern die einen an P. H. erinnern lassen und seine Art, Ereignisse durch Gedanken zu vertiefen, setzt sie erklärende Zeilen zu erzählerischen. Geschickt wird man an der alternden Melancholie vorbeimanövriert, an der doch manchmal recht mitleiderregenden Sehnsucht vieler Erwachsener an alles Vergangene dockt man nicht an und das tut wirklich gut.

A. R. tanzt einen pas de deux mit dem eigenen Text, in einer plastischen, Bilder hervorrufenden Sprache. Nicht immer ist sofort klar worum oder um wen es geht, daher lässt man sich führen und man lässt sich die Geschichte von sich selbst erzählen.

Über den Maria gerne erzählt

Gedankenvoller Text der nicht den Bezug zu Handlung und Bewegung in der Geschichte verliert. Wenn Sie Zeit haben, dann besuchen sie die Mutter die nicht mehr Klavier spielt, den Vater, der sich nichts selbst aus der Küche holt, den Bruder, über den man spricht und Flammer, über den ihnen Maria gerne mehr erzählt.

Fazit: Als Romandebüt beachtlich eigenständig, graziler Stil mit einer interessanten Familiengeschichte.

ANGELIKA REITZER, TAGHELLE GEGEND, Haymon Verlag, 2007, ISBN 3-85218-523-8; 978-3-85218-523-1


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