SOLANGE WIR TRÄUMEN

AUTORIN: CHRISTINE MACK
Rezension von Wolfgang Kühn
Es ist immer ein besonderes Vergnügen, Bücher von DUM-Autorinnen und Autoren zu besprechen, noch dazu, wenn es sich, wie im Fall von Christine Mack, um einen Debütroman handelt.

"Solange wir träumen" heißt das 2016 bei Picus erschienene Werk, das die Geschichte der drei Schwestern Anni, Kathi und Josefa auf sehr einfühlsame Art und Weise erzählt. Wir erleben mit den drei Schwestern eine sehr bewegte Kindheit und Jugend am Land und wir erfahren beispielsweise von einem Mädchen, das sich selbst mit einem Stein die Milchzähne eingeschlagen hatte, nur damit es vom Pfarrer zur Erstkommunikation zugelassen wurde. Oder von einem Onkel Herbert, der es auf den Busen eines der Mädchen abgesehen hat. Über allem schwebt der Geist der früh verstorbenen Schwester Bernadette.

Im Buch schwingt nicht selten auch Wehmut und Aussichtslosigkeit mit, beispielsweise wenn die Magd des Hauses erzählt, was sie gerne wollen hätte, den Beruf einer Handarbeitslehrerin nämlich.

Mit den Jahren immer fremder

Die drei Schwestern, in ihrer Kindheit unzertrennlich, werden sich mit den Jahren immer fremder. Anni und Josefa ziehen nach Linz, um eine Ausbildung als Kellnerin respektive Krankenschwester anzufangen, Katharina übersiedelt nach Wien und wird Lehrerin. Anni bricht ihre Lehre ab, weil sie Schauspielerin werden möchte, Josefa wird ungewollt schwanger und übernimmt schließlich mit ihrem Mann den elterlichen Hof.

Der Tod der geliebten Mutter lässt die Schwestern einander wieder näher kommen, lässt längst vergessene Träume wieder aufflammen.

Der 184 Seiten dicke Roman beginnt mit harmlosen Kindergeschichten, entwickelt mit Fortdauer jedoch einen wundersamen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

CHRISTINE MACK. SOLANGE WIR TRÄUMEN. Roman. Picus Verlag 2016. ISBN 9783711753076



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