LANZ

AUTOR: ANDREAS WEBER
REZENSION: KATHRIN KUNA
In klassischer Krimistruktur legt uns Autor und Journalist Andreas Weber hier eine ... und da stocke ich, denn ich kann nicht sagen was es ist ... es ist eine grausame Tat, die auf historischen Fakten beruht. Ein Ereignis, das sich zwei Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges in Lanz zugetragen hat, ein grausamer Mord an einer Frau. Eine Hinrichtung, die totgeschwiegen wurde. Beinahe. Bis in diesem Provinznest wieder ein grausamer Mord an einem Mädchen verübt wird.

Ein fremder, ein neugieriger und ehrgeiziger, einfühlsamer Journalist und einige sogenannte Zeitzeugen, dieser Figuren bedient sich der Autor, um dieses Verbrechen in einen Roman zu fassen. Zumindest ist das die offizielle Bezeichnung für diesen perfekt abgestimmten und abgerundeten Text, der den Spagat zwischen dem notwendigen und zur selben Zeit schier unmöglichen Abschliessen mit der Vergangenheit (dem Dritten Reich, konkret dem Naziregime in unserer Region) für Einzelpersonen und der gleichzeitigen Wahrung, dem Aufzeigen des nicht zu leugnenden Gegenwartsbezugs schafft. Ohne dabei polemisch zu wirken. Ohne zu verurteilen! Journalistisch nüchtern wird berichtet und aufgeklärt. Gleichzeitig jedoch auch sehr menschlich. Spannend und in der Auflösung erschütternd und brutal. Realistisch.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in den Oberstufengymnasien - zumindest im Bezirk Krems, das in diesem Buch ausschliesslich als ehemalige Gauhauptstadt bezeichnet wird - werden.

Andreas Weber, Lanz, Otto Müller Verlag, 2004, Roman, 191 Seiten, ISBN 3-7013-1079-3.


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