KINGPENG

AUTORIN: LINDA STIFT
REZENSION: KATHRIN KUNA
Man liest den Titel und erwartet vielleicht eine Action-Komödie in Romanform. Weit gefehlt. Den Autorennamen kennt man vielleicht auch noch nicht, denn es handelt sich hier um das Romandebüt der Österreicherin.

Warum Kingpeng? Das soll hier nicht so wie in der Verlagsankündigung zu Beginn verraten werden, denn man wird das Buch sowieso bis zum Schluss lesen und es dann erfahren.

Die banale und zugleich unheimliche, unklare und daher interessante Beziehung des Geschwisterpaares Kinga und Nick lässt einen nicht unberührt. Auch nach Ende der Lektüre nicht. Es ist eine sehr klare, reduzierte Sprache mit der die Autorin diese Szenen zeichnet, die in ihrer Unbehaglichkeit an The Virgin Suicides (dt.: Die Selbstmord-Schwestern bei Rowohlt) von Jeffrey Eugenides erinnern.

Dieser besondere Sprach- und Erzählstil baut die Spannung kontinuierlich auf, trägt den Leser durch diese als Bobo-Sommer getarnte Welt und löst sich am Ende glaubwürdig in der leisen Katastrophe auf, die man schon die längste Zeit aufgrund der Boxershorts ahnte, während man sich aber lieber noch auf das Blümchen-Sommerkleid konzentrierte. Wie Kingas ?Horn" fängt eine Vermutung während des Lesens zu pochen an.

Erschreckend, wenn man sich dabei erwischt zu erkennen, wie bequem das Wegschauen manchmal ist.

Linda Stift, Kingpeng, Deuticke, Wien: 2005, ca. 160 Seiten, ISBN 3-552-06008-1



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