DIE ALASKASTRASSE

AUTOR: XAVER BAYER
REZENSION: KATHRIN KUNA
Dieser Roman, 2003 bei Jung Und Jung erschienen, ist das zweite Werk des jungen Wiener Schriftstellers, Xaver Bayer, nach seinem Debüt "Heute könnte ein glücklicher Tag sein". Der Titel seines ersten Romans lässt viel besser auf den Inhalt und vor allem den Stil des Autors schließen, als der des neuen Buchs. Stilistisch und inhaltlich gleichen sich die beiden Bücher nämlich sehr. Auch in Alaskastraße kommt der Protagonist nicht weiter, er kann sich nicht aus seinem eigens aus Verzweiflung, Isolation, Ignoranz und Selbstmitleid aufgebauten, sinnlosen Leben befreien. Anstatt vom Alkohol Abstand zu nehmen und neue Perspektiven auszuloten, kann er seinen eigenen Schmerz nur dämpfen, indem er sich selbst und anderen weh tut. Nachdem er spontan seinen Job bei einer Partnervermittlungskanzlei kündigt, bucht er einen Urlaub für ihn und seine Freundin. Er will die Beziehung retten und offensichtlich in der Beziehung auch zu sich selbst finden.

Die Geschichte ist nichts Neues. Ich behaupte einmal, dass jeder den Lebenswandel und die meisten, die bereits eine Beziehung hinter sich haben, die Gedankengänge des Hauptdarstellers nachvollziehen können. Wenn nicht aus eigener Erfahrung, dann aus der Lektüre verschiedenster Pop-Literatur-Werke. Die Sprache ist einfach, der Handlung und den geschilderten Gefühlen angepasst. Als Leser wird man nicht Mitleid mit dem Protagonisten haben, der keinen Moment ernsthaft selbstkritische Ansätze in seinen Überlegungen zeigt, sondern viel mehr immer wieder mal wünschen, ihm einen Arschtritt verpassen zu können.

Das Buch liest sich schnell und ist vor allem für den psychoanalytischen Interpretationsansatz ein gefundenes Fressen. Es kann mit Sicherheit als ein wertvolles Zeitdokument erachtet werden, was die Gefühls- und Gedankenwelt der jetzt 20 bis 30-jährigen unserer Gesellschaft betrifft, sofern man nicht nach philosophischen Ansätzen sucht, sondern im Protagonisten schlicht und ergreifend Selbstzweifel und Leere dem Leben gegenüber erkennt.

Xaver Bayer, Die Alaskastraße, Jung Und Jung, Wien / Salzburg 2003, ISBN 3-902144-53-X


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