CHICKEN CHRISTL

AUTOR: MARTIN AMANSHAUSER
REZENSION: ERIKA WURZENRAINER
Ich trage blaue Hosen, jeansblau, bloß stärker, ein kräftiges Blau. Beinah auffällig. Das Hemd mit breiten Armkrempen, wie immer diese aussehen, ist ziemlich gelb. Ich bin frech. Mein Kurzhaarschnitt ist jung. Die Schuhe sind neu und von undefinierter Farbe. Der Schuhverkäufer umschmeichelte mich mit einfachen Worten, delikat und süß sodass ich von deren Schönheit und Bequemheit überzeugt bin.

So wie ich aussehe, könnte ich auf (fast) jede Party, in (fast) jede Gesellschaft, ich könnte mich (fast) überall dazustellen und könnte mich (fast) verständlich machen. Was man an mir sieht ist die Oberfläche und mehr will ich nicht und das stimmt nicht:Das Quentchen Philosophie, das in keinem Kasten fehlen darf, muss auch im Kopf sein, in der Sprache, die er spricht, muss im Buch sein, sonst kann man diese Dinge weder tragen noch anziehen. Lesen ausgeschlossen.

Fazit: es blitzt dich an, ein Schalk mit spitzen Augen. Und es sind mehrere und sind es viele, die aus den Seiten hüpfen und hie und da schlurft eine Art Fraumannfrau von mittlerem Wuchs, und die Haare sind struppig und in einem weißen Knoten verstrickt, über die Zeilen bemerkt sie dich. Pyromanen werden dieses Buch lieben.

Martin Amanshauser, Chicken Christl, Deuticke Verlag, 2004, Roman, ISBN 3-216-30679-8


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